Reviews & Interviews 2013/2014

WESER-KURIER (GER): 2014/02/09: Missionar mit Banjo und Basspedal.

Horst Dieter Ottn alias „The Dad Horse Experience“ ist Musiker. Mit Banjo und Fußorgel zieht der 52-Jährige durch die verrauchtesten Kneipen Europas – zu Hause im Bremer Viertel ist er nur wenige Monate im Jahr. Sein „Keller-Gospel“ brachte ihn bis nach Australien und West Virginia, wo er Crystal-Meth-Köche und Puritaner kennenlernte. Nachdem ihn Drogen und Alkohol fast zugrunde gerichtet hatten, fand er in der „White-Trash“-Kultur der amerikanischen Südstaaten zu sich selbst. Max Polonyi unterhielt sich mit Ottn über Religion und Musik und fragte ihn, wo auf der Welt es sich am besten lebt.

Herr Ottn, Kaffee oder Whisky-Cola?

Horst-Dieter Ottn: Definitiv Kaffee.

Trinken Sie keinen Alkohol?

Nein. Kein Alkohol, keine Drogen und keine Zigaretten.

Das klingt asketisch. Essen Sie Fleisch?

Das schon, aber kaum. Und wenn, dann lieber von glücklich gestorbenen Tieren, soweit man das bei Bioware sagen kann.

Hat Ihre Lebensweise etwas mit Religion zu tun? Immerhin nennen Sie sich selbst den „Banjoprediger“.

Ich habe etwas Spirituelles gefunden, als ich vor 15 Jahren clean und trocken wurde. Davor hatte ich gar nichts. Alles, was ich seitdem tue, hat einen gewissen spirituellen Hintergrund. Und ich spreche und singe darüber.

Also haben Sie so etwas wie eine Mission, wenn Sie mit Banjo und Fußorgel ihren „Keller-Gospel“ singen?

Ich habe eine Botschaft, die lautet: Veränderung ist möglich, und es hilft, wenn man etwas hat, woran man glaubt. Ich will aber niemandem vorschreiben, was er denken soll, sondern sage nur: Entscheide dich. Ich erzähle in meinen Liedern Geschichten, die die Leute dazu bringen sollen, nachzudenken.

Glauben Sie an Gott?

Ich glaube daran, dass es hilfreich ist, eine Beziehung zu etwas zu suchen, das außerhalb der eigenen Person ist. Die Kirche oder die Bibel ist das für mich aber nicht, sondern eher etwas wie Spiritualität. Ich halte mich an ein Zitat, das David Bowie zugeschrieben wird: Religion ist für Menschen, die an die Hölle glauben, und Spiritualität ist für diejenigen, die schon mal da waren.

Waren Sie schon mal in der Hölle?

Es gab eine Zeit, in der bin ich tiefer und tiefer in Depression und Drogen abgestürzt. Selbstmordgedanken haben mich tagsüber mehr beschäftigt als die Frage, was ich aus meinem Leben machen könnte. Irgendwann musste ich eine endgültige Entscheidung treffen, Leben oder Tod, und habe mich gegen die Sucht entschieden.

Haben Sie Angst vor dem Tod?

Eigentlich nicht. Manchmal denke ich aber schon: Wie wird es zu Ende gehen? Werde ich von einem Verrückten nach einem Auftritt erstochen? Oder sterbe ich bei einem Autounfall? Wird es weh tun, werde ich jammern?

Sie fliegen ja auch viel.

Genau, Flugzeugabstürze. Ich habe Flugangst. Aber die nehme ich auf mich und versuche, mein Kreuz zu tragen wie ein Mann. Eigentlich bin ich überhaupt nicht scharf darauf, zu fliegen und die Welt zu sehen. Von Haus aus bin ich ein häuslicher Typ.

Wo sind Sie denn zu Hause?

Geboren bin ich in Jever, jetzt lebe ich in Bremen, denn meine zwei Kinder leben hier. Das Viertel ist schön, da ist alles nah beieinander. Man trifft immer jemanden, den man kennt, das ist sehr speziell an Bremen. In Berlin guckt dir keiner in die Augen, in Bremen ständig. Das mag ich.

Und wo auf der Welt sind Sie am liebsten?

Ich bin sehr Amerika-affin. Ich schätze die Gospeltradition des „White Trash“, also der weißen amerikanischen Unterschicht. Das ist eine besondere Kultur der Härte. Sie ist viel einfacher und ein bisschen dreckiger als der Gospel, den wir Deutschen aus Liedern wie „Oh Happy Day“ kennen.

Das müssen Sie mir erklären.

Gewalt, Tod und Armut sind in manchen Teilen der USA viel drohender als bei uns. Sozialversicherungen kennen viele nicht. Das Bedürfnis nach Halt ist deshalb viel größer, und das findet sich in der Kultur wieder. Ich war mehrmals in West Virginia, und da gibt es eine winzige pfingstlerische Kirche. Die Leute fassen im Gottesdienst Schlangen an und trinken Bleiche, um sich zu ihrem Glauben zu bekennen – wie vor 100 Jahren. Sie sind arm, haben amerikanische Flaggen vor ihrer Tür, jedes fünfte Haus ist eine Kirche und jedes zehnte ein Crystal-Meth Labor. Aber sie sind unheimlich nett, gastfreundlich und in ihrem Glauben authentisch. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt.

Und seitdem liefern Sie den Soundtrack zu dieser Hillbilly-Kultur?

Ich orientiere mich daran, verdrehe und verfremde das Ganze und mache etwas Eigenes daraus. In Deutschland ist es heutzutage schwierig mit Religion und Spiritualität, da ist man schnell das gläubige Schaf oder der Esoterik-Typ. In West-Virginia ist der Hintergrund ganz anders. Da geht ein „God bless you“ viel leichter über die Lippen. Wenn ich Ihnen zum Abschied „Gott segne Sie“ sagen würde, würden Sie vermutlich erst mal zusammenzucken, oder?

Vermutlich. Mit der Musik haben Sie aber in Bremen angefangen. Sie haben einen ungewöhnlichen Stil für die norddeutsche Tiefebene.

Ja. Nach meiner Entscheidung für die Abstinenz wollte ich einfach irgendwas mit meinem Leben tun. Ich ging in die Bibliothek, und da fiel mir ein Lehrbuch fürs Tenorbanjo auf. Das hat mich gereizt. Danach war ich in einem Musikladen im Viertel, doch die Banjos waren über meinem Budget. Aber noch im Laden treffe ich vollkommen überraschend einen Bekannten, der mir erzählt, er habe noch eines im Keller stehen. Das hat er mir dann geschenkt. Einfach so.

Eine göttliche Fügung?

Das kann man so sehen. Und warum nicht? Ich war morgens bereit dafür, etwas zu tun, und das Ergebnis war, dass ich am Abend ein Banjo in der Hand hielt. Und heute bestimmt das mein Leben.

Welche Musik haben Sie mit 17 Jahren gehört?

Die Bands Bauhaus und Birthday Party, mit das Schlimmste an Punkmusik was es damals so gab. Zu der Zeit habe ich in besetzten Häusern gewohnt und die Sau rausgelassen. Drogenpartys und harte Musik waren mein Ding. Aber dann wurden die Drogen härter und die Musik egal, und es ging immer weiter abwärts.

Und was hören Sie inzwischen?

Später habe ich Künstler und Melodien gefunden, die etwas anderes in mir ausgelöst haben. Die „American Recordings“-Alben von Johnny Cash zum Beispiel. Ich dachte immer, Gospel singen wäre peinlich und was für Kirchengänger, aber als Cash das gemacht hat, war es irgendwie cool.

Warum ist es „cooler“, wenn Johnny Cash von Gott singt, als wenn es ein Pastor oder der Kirchenchor tut?

Pastoren, die ich hierzulande erlebe, reden von Erlösung, und ich frage mich: Wovon willst du denn erlöst werden? Wir leicht übergewichtigen Kinder der Mittelklasse ohne große Not und ohne große Schuld. Johnny Cash ist durch die Hölle gegangen. Er hat viele Dinge getan, für die es sich lohnt, sich zu schämen, wie seinen Drogenkonsum. Und er hat sich dafür geschämt. Es ist eine Frage der Authentizität. Wenn er mit seiner alten, verlebten Stimme um Erlösung bittet, dann kaufe ich es ihm ab. Gospel handelt davon, von einem Schmerz erlöst zu werden. Bei Johnny Cash kann ich diesen Schmerz hören, und auch in der Pfingstgemeinde von West Virginia. In den Kirchen hierzulande eher nicht.

Johnny Cash war über Jahrzehnte ein gefeierter Star. Können Sie eigentlich von Ihrer Musik leben?

Ja, gerade so. Es kommt nicht wirklich viel Geld dabei herum, aber ich bin froh, dass es mir reicht und das ich damit auskomme. Das hält mich in Betrieb. Ich bin sehr zufrieden damit, wie es bisher gelaufen ist. Ich habe tolle Touren gemacht und schöne Konzerte gespielt. Aber finanziell gesehen hängt mir die Möhre immer noch zehn Zentimeter vor der Nase.

Wie sind Sie eigentlich auf Ihren Namen gekommen, „The Dad Horse Experience“?

Wenn man den Namen hört, soll man sich fragen: Was ist das denn? So schreibe ich auch meine Lieder. Ich will die Hörer dazu bewegen, sich eigene Gedanken zu machen und die Musik selbst zu interpretieren. Ich möchte ihnen etwas geben, dass sie unbewusst dazu zwingt, es mit Sinn zu füllen. Sie stellen sich dann etwas Eigenes darunter vor. Hoffentlich etwas für sie Sinnvolles. Und dann habe ich mein Ziel erreicht. (Interview:Max Polonyi)

COUNTRY.DE (GER): 2013/12/28: The Dad Horse Experience - Kellergospel in Darmstadt. Countrymusik in Deutschland ist vielfältiger als man denkt. Es gibt eine rege deutsche Countryszene. Da sind die Klassiker Truck Stop und Tom Astor. Daneben hat sich eine junge Szene entwickelt. Künstler wie Ann Doka, Lisa-Marie Fischer oder Markus Rill orientieren sich verstärkt an New Country, Alternative Country und Americana.

Dahinter aber gibt es schon seit den 1990er Jahren noch eine besondere Countryszene, die von Indie, Punk und Dark Wave beeinflusst ist. Für sie stehen und standen Namen wie der deutsche Cash-Biograf Franz Dobler oder die Hamburger Gruppe Fink. In dieser Tradition ist auch The Dad Horse Experience zu sehen, der mit seinen Kellergospels kürzlich in Darmstadt gastierte. Ein ungewöhnliches, ein wildes und intensives Konzerterlebnis.

Immer wieder gibt es in Deutschland Künstler, die sich Countrymusik angeeignet haben, und ohne Rücksicht auf kommerzielle Verwertbarkeit ihren Zugang zu dieser Musik öffentlich präsentieren. Nach Delaney Davidson vor zwei Jahren mit seinen Ghost-Songs, die eine besonders düstere Mischung aus Country, Blues und Rock darstellen, präsentierte die Bessunger Knabenschule in Darmstadt nun mit The Dad Horse Experience ein ebenso ambitioniertes wie ehrliches wie teilweise groteskes Musikerlebnis.

Die weißen Country-Gospel sind ein wichtiger Teil des Country-Genres. Ihnen fühlt sich Dad Horse Ottn verpflichtet. Ihre ursprüngliche Form auf Banjo-Basis hat er sich angeeignet, als er das Instrument 1998 im Alter von 39 Jahren erlernte. Er wollte diese Musik nutzen, um sich von seinem chaotischen und erfolglosen Vorleben als Bildkünstler zu befreien. Und so zieht er seitdem mit seiner spirituellen Befreiungsmusik quer durch Europa.

Seine Wahrheiten, die er verkündet handeln von Dingen “wie eigenes Ego und Ängste, die uns letztendlich darin hindern, zu wachsen und frei zu werden”. Er predigt seine universellen Wahrheiten ohne missionarischen Eifer, dafür umso mehr mit einer stoischen humorvollen Gelassenheit. Und wenn er das in Darmstadt auf der Bühne mit seiner Schlagzeugerin tut, dann erinnern die beide ein wenig an Karl Valentin und Liesl Karlstadt. Ein doppelbödig-humoreskes, kulturübergreifendes Projekt.

Der Sänger sitzt den ganzen Abend, spielt Banjo und bedient mit den Füßen eine Art Orgel. Zusammen mit dem Schlagzeug ergibt sich so ein wilder, altertümlicher Sound. Seine Songs, die von Tod und Sünde und Liebe und Verrat handeln, greifen auf deutsche Art das wilde, gefährliche Amerika auf, von dem in der ursprünglichen Old Time-, Folk- und Countrymusik die Rede ist. An diesem Abend singt er Traditionals wie “Will The Circle Be Unbroken” oder den Cash-Klassiker “Folsom Prison Blues”. Und das Beste: Seine eigenen Songs wie “Dead Dog On A Highway”, “Lord Must Fix My Soul” oder “Kingdom It Will Come” fügen sich nahtlos ein und klingen genauso uralt und wahr wie ihre Vorbilder.

So entsteht ein atemberaubendes Panoptikum der dunklen Seite des Menschen und der Hoffnung auf Befreiung. Ein Gospelkonzert der Extraklasse. Verschroben zwar, aber der Künstler geht das Risiko ein. Und ganz besonders wichtig: Dad Horse Ottn hat mehr Country in der Seele als so mancher zeitgenössische Hat-Act.

Countryfans aufgepasst! Wer sich darauf einlässt, wird belohnt, und erhält die frohe Botschaft. I saw Dad Horse Experience and I saw the light. Halleluja! (Thomas Waldherr)

THE BIG ROCK BLOG (GER): 2013/12/17: Selbstgebrannter für die Seele - Dad Horse Experience. So zu musizieren muss doch unbequem sein:  Dad Horse Htten, der Mann hinter der Dad Horse Experience, sitzt am Donnerstag, 12. Dezember,  im Karlsruher Kohi auf einem harthölzernen Klappstuhl. Energisch am Banjo zupfend stampft er mit strümpfigen Füßen auf einer Fußorgel herum. Beim Singen verdreht er die grünen Augen und lässt dabei die Zunge heraushängen, als habe er sich an einem Löffel heißen Breis verschluckt. Mit gequältem Blick, den ausladenden Ohren, dem schlecht sitzenden Spenzer und ausgebeulten Bundfaltenhosen, sieht Ottn dabei aus, wie eine Mischung aus Prinz Charles und arbeitslosem Buchhalter. 
Begleitet wird der schrullige Hotten von einer nicht minder absonderlichen Gestalt am Schlagzeug. Ob diese Spenzer nebst schlecht sitzender Herrenhose-Sache einfach nur die Banduniform ist, muss hier offenbleiben. Einen bei der Arbeit  mit so stoisch  grimmiger Gleichmütigkeit über seine Fliege hinwegguckenden Schlagwerker hat man allerdings selten gesehen.
Dass angesichts all dessen dann musikalisch ein gewisser Leidensdruck artikuliert wird, ist klar: Hottnes traurig flotte Lieder handeln davon, wie man sich fühlt, wenn man auf einer Party aufwacht, und die Gäste zum kotzen findet. Vom selbstgebrannten Whiskey, “der einem Mann erst den Verstand, dann das Augenlicht und schließlich die Seele nimmt. Oder vom Warten;  auf die Pausenklingel, auf den richtigen Partner, aufs Bier, auf den Tod - bis es schließlich zu spät ist.

Für die Transformation der Seele und die Vergebung der eigenen Sünden.  Das ist so die Art von Drama, die Hottens im Grunde eintönige, schwarzhumorige Dark Folk-Moritaten dann doch wieder aufregend macht. Denn um unser Seelenheil sorgen wir uns doch alle irgendwie, wenn wir ehrlich sind. Ganz besonders in der Vorweihnachtszeit. Doch hier weiß Hottn Rat, denn “Spiritualität beginnt doch da, wo man erkennt, dass man es selber nicht kann”. Und wenn es soweit ist, stimmen wir am besten ein “Jesus-Lied” an, und bitten “den großen Klempner da oben”, uns aus “der inneren Scheiße” zu helfen -  indem er sie, puff, in Gold verwandelt. Ein wahres Erweckungserlebnis, von dem sich die Evangelikalen eine Hostie abschneiden können, amen! (Felix Mescoli)

 

WESERKURIER (GER): 2013/10/15: Als The Dad Horse Experience vor sechs Jahren im Rahmen der ersten Ausgabe des Folk-Art-Now-Festivals in der Spedition zu erleben war, spielte Dad Horse Ottn, der Mann, der hinter dieser Einmannband steckt, gerade einmal fünf Jahre lang Banjo. Er überzeugte aber durch die Leidenschaft, mit der er seinen „Keller-Gospel“ (seine eigene Bezeichnung) sang. Inzwischen hat Ottn allerhand Erfahrungen gesammelt, ist in diversen europäischen Ländern, in Australien, Russland und den USA aufgetreten, und das hat ihn zu einem unterhaltsamen Entertainer werden lassen.

Das war jetzt in der Schwankhalle zu erleben. „Havarie“ hat diese ihren „Alten Saal“ speziell für solche One-Man-Band-Projekte – es soll eine Reihe werden – getauft. Es ist eine Mischung aus Kneipe und Ausstellungsraum, durchaus passend für The Dad Horse Experience, denn in seinem anderen Leben ist Ottn bildender Künstler. The Dad Horse Experience hat nun sein Instrumentarium erweitert, zum normalen Banjo sind eine elektrische Version sowie eine Mandoline gekommen, geblieben ist der in Socken gespielte Pedal-Bass und gelegentlich ein Kazoo. Erweitert ist auch das Repertoire, nicht nur Gospel- und Countrysongs machen das Programm aus, klassischer Blues wie „St. James Infirmary“ ist nun auch von Ottn zu hören. Meistens interpretiert er aber Gospelsongs wie das geradezu zum Klassiker gewordene „Lord must fix my Soul“ oder Country wie „Dried out river“. Überzeugend ist immer wieder die leidenschaftliche Hingabe, mit der The Dad Horse Experience seine Songs singt. (Christian Emigholz)

 

GO PENSACOLA (USA) 2013/9/5: "Dad Horse brings gospel to where it's needed. 'I do twisted gospel music with injections of country and punk influences,' said the man behind The Dad Horse Experience.

'Dad Horse,' he answered when I asked how he wanted to be addressed. Acknowledging the distortion created by a German accent as strong as his music, he added, 'Not the Dead Horse, but the Dad Horse.'

Before a recent show, Dad Horse was confronted and reminded why he makes music. A lady at the bar asked what he did. He told her, and she was shocked. The woman said that her mother was in gospel choir and would never sing gospel in a bar.

Dad Horse’s life was full of things he should never do, but his show Monday at The Handlebar, 319 N. Tarragona St. is another on a list of things he should.

For Dad Horse, a life that began in Germany as a punk rock kid nearly ended in his 30s.

'I had darker times,' he said. 'You get adult and you’re still partying, get darker with the time and so it was with me. I had years of desperation and doing bad things, everything. So I needed to find a life.'

He wanted to make music, but Dad Horse believed that he was too old. Finally, he decided to play.

'I was 39 when I began learning an instrument.' he said.

He started with guitar, but his fingers were so thick that he moved to four string banjo and discovered something greater. 'Keller Gospel' is what Dad Horse calls it, using the German word for 'basement.'

Dad Horse’s gospel includes the banjo, a mandolin, foot organ and stories. His gospel is not for churches and cathedrals where 'light is already shining.'

 

To the shocked lady, Dad Horse replied, 'Yeah, that’s a pity because there are a lot of people who really need the gospel, especially in a bar. It’s easy to preach the light in a hall full of torches — I mean a church. It’s good to play where it’s really cold, wet, dark and where desperation reigns more than the joy in God. That is something that makes sense to me, to sing gospel in a bar or in a basement. That’s the way that I sound.' (Michael Smith)

Karen Mahaffy's Introduction of Dad Horse Ottn at Wolverton Home Concerts 9/14/2013, San Antonio, TX (USA): "I am here, as a fan of both artist and venue, to humbly introduce to you The Dad Horse Experience and to welcome you to what I already know is meant to be one of my favorite Wolverton Home Concerts. When I first learned that Dad Horse was coming to the US and looking for events to play, I emailed the link to Hills in a blind wish that he would ask him to come – never thinking that it would work out. So, I’ll start by saying that I cannot imagine a better context in which to see The Dad Horse Experience live for the first time. It’s like a grown-up version of Davy Jones coming to play your 9th birthday party, or something.

My very first Dad Horse Experience was with a song that was included in a carefully curated mix CD given to me while being courted by my now husband, Chris Ake. The song is called Falling. The first time I listened to it I was not quite sure what I was hearing but I knew immediately that I liked it and that I liked it a lot. It was at once foreign and familiar and my very first thought was that I had never heard a kazoo played with more passion. Since then my appreciation for Dad Horse has only deepened.

Dad Horse Ottn hails from Bremen, Germany. He describes himself as a 'keller' or basement-gospel singer 'making gospel music not meant to be played in churches, but in the dark basements, the rooms your parents used to send you when you did wrong, where it’s cold and wet and really dark,so the light is needed.'

Mr. Ottn sings of sin and salvation along the deep traditions of Appalachia and the Southern spiritual. He has been called 'a master of creepy Americana' and plays in a manner I believe that only a lone soul coming sideways at such fully steeped tradition possibly could. His music is raw and joyous; dark and bright; sacred and profane. And, like Caravaggio’s St. Paul on the road to Damascus knocked flat off his horse by the blinding light of god, it hauls off and smacks you in all the right and dark places.

Where salvation is a sickness, Dad Horse spreads it like a sacred flu.

So, with that, I ask you to warmly welcome The Dad Horse Experience."

WESTERN TIMES (JP) 8/30/2013 about "In my Time of Dying": 自らのスタイルをケラー・ゴスペルと呼ぶ、ドイツを拠点に活動する「The Dad Horse Experience」の4枚目のシングル。ケラーとはドイツ語で「地下室」などの意味。過去の3枚と同様「Off Label Records」からのリリースだ。エレクトリック・バンジョーを引きながら、カズーを吹き、ベースペダルを足で踏むワンマンバンドスタイル。このシングルはイタリア・ツアー中の録音であり 、ゲストにアント・マカロニがギターとドラムで参加。サウンドは「Abner Jay」に近い感じで、フォーク、ポップ、カントリーなどを合わせたオールドスタイル。

 彼の歌詞は神や罪などといったゴスペル、スピリチュアルな話題を扱っており、非常に抒情的で暗めだ。欧州のルーツミュージックに対する解釈は、アメリカンルーツのルーツであるかつての移民が欧州からもってきた自らの音楽の遺伝子と間接的に響きあう。アメリカのそれとまた違って、よりマニアックで、場合によっては極端な解釈になったりと好き嫌いが分かれるとこだろうけども 。DHEはポップさもあり、曲がしっかりしていて素晴らしい。でも、今回のシングルは2曲ともカヴァー。
A面では、トラッド・ゴスペルの「In My Time Of Dying」をカヴァーしている。バンジョーが鳴っているあたり、よりカントリーに、よりフォーキーに聞かせている。やけにブルース的なアピール している某バンドよりも、DHEのほうがはるかに良い。

B面に収録の「Folsom Prison Blues」はご存じジョニー・キャッシュの55年作品のカバー。若干テンポダウンで骨々しいボーカルで歌い上げる中々の好演。ジャグバンド的なアプローチはガレージ ファンにも薦めたい。(WT)

CELTIC ROCK (GER) (JP) 7/28/2013 about "Live in Melbourne": Keller-Gospel from the Left of Heaven” – die stilistische Selbstverortung der wandelnden One-Man-Show wirkt sowohl aus terminologischer als auch aus semantischer Sicht ein wenig obskur. Als Erklärung biedert der digitale Äther mit folgender Erklärung an:

'Gospel, der nicht in den lichtdurchfluteten Kirchen und Kathedralen gesungen wird, sondern in den finsteren Kellergewölben der Seele, an den Orten der Einsamkeit und Verzweiflung, in denen das Licht am sehnlichsten vermisst wird.'

Ein religiöser Selbstfindungsversuch also, der sich über die Musik Luft macht? Too Close To Heaven eröffnet den Silberling. Das Banjo findet sich langsam in das Tempo, indes das Wechselspiel zwischen Basspedal und Banjo nicht so recht gelingen mag. Es holpert merklich – und die Sangesleistung ist ebenso gewöhnungsbedürftig. Ein Silberling, der seiner Originalität wegen, Gefahr läuft, bereits vor dem Ausklingen des ersten Titels wieder im Regal zu verschwinden. Ein gewisser Dilettantismus haftet dem Album über die Länge von 20 Titeln bis zum Vertönen des letzten Tons an, der es jedoch nicht handwerklich ad absurdum führt, sondern vielmehr die Kultur originalen Skurrilität forciert – wie bspw. auch beim Einsatz des plärrenden Kazoos in Through The Hole.

Wie der Titel verlautbart, handelt es sich bei Live in Melbourne um einen Live-Mitschnitt, dessen Letztmischung nicht auf die moderativen Aufklärungsversuche verzichtet. Und wiewohl sich der Protagonist in wohlfeile Worthülsen kleidet, hängt ebd. doch der Charme eines deutschen Akzents an. Womöglich haftet ihm, nebst eines Schmunzeln, auch der religiöse Duktus eines Søren Kierkegaard, der zur Überwindung defizitärer Diesseitserscheinungen die Notwendigkeit einer “ironischen Elastizität” proklamiert, an?

Doch für die aufnahmetechnische Unternehmung hat Ottn den Weg auf die Bretter der Welt nicht allein gewagt. Zwei australische Gastmusiker unterstützen den musischen Kreuzträger:  Renato Vacirca sorgt am Schlagzeug für die notwendige Rhythmisierung und Anto Macaroni unterstützt die obskure Wirkung noch mit gezerrten E-Gitarren-Surrealismen. Mit WTC in Heaven erklingt ein, gemessen am Inhalt, vollkommen absurder, anheimelnder Walzer. Nach seinem Ableben ist das World Trade Center nun im Himmel und sinniert dort über seinen Mörder (CIA oder Mohammed Atta). Christliches Dogma oder Ironie in Reinkultur? – Kierkegaard bewies, dass sich beide nicht kategorisch ausschließen müssen.

Der Kulminationspunkt des Albums, das in erster Linie als Vinyl und nur als En-Plus in CD-Form auf den Markt gebracht wurde, ist Lord Must Fix My Soul, das den Ohren mit fast zwölf Minuten einiges an Sitz- bzw. Hörfleisch abverlangt. Der beinahe rabenhafte Gesang bohrt den Kehrreim in das musische Gemüt des Publikums, bis auch der letzte Anwesende, der hinter dem Tresen auf seinen Abtransport wartet, das biblische Leitmotiv aus tiefster Seele gen Bühne schmettert.

Über die Gesamtlänge von 64 Minuten erklingt mit Live in Melbourne ein Album, dessen religiöse Integrität zu beurteilen ich nicht wage. Die Musik jedoch bietet einige gewichtige Hinhörer. Wiewohl der Gesang mitnichten leichtfertig ins Ohr geht, zeugt er doch von einer weltvergessenen Musikalität, die durch das bisweilen wohlfeile, z.T. jedoch ebenso holprige Miteinander der Ein-Mann-Show untermauert oder auch untergraben wird. Hörer, die sich eher mit popesken Klängen begnügen, werden mit The Dad Horse Experience keine große Freude haben. Freunde experimenteller Musik, ironischer Elastizität, vor allem jedoch ursprünglichen und tiefgehenden Countrys werden mit diesem Einstündler unendlich viel Spaß haben." (Folkaholix)